Arbeitsgemeinschaft Modell-Fort Sanssouci e.V.
Vereinigung zur Erforschung und Erhaltung preußischer Festungsbauten

Chronik 2004

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Frühling 2004:
Profi-Fotograf Karl-Heinz Theiss (Leica-Foto) dokumentiert das Fort, nicht ahnend, daß es das vorerst letzte Mal sein wird...

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Juli 2004:
Reinigungs- und Dokumentationsarbeiten am Modell-Fort durch die zukünftigen Vereinsgründer

B und N  B und N  2

Brigitte Behr und Norbert Schilder (zukünftiger stellv. Vorsitzender) am Zentralwerk und rechter Anschlusbatterie

bb1   bb2

Brigitte Behr als "Maßstab" zum Größenvergleich auf der Flankenkasematte an der Spitze des Zentralwerks

N-Sch1    Norbert Schilder auf dem Zentralwerk

Baufach-Auszubildende der Spandauer Knobelsdorff-Schule beim Vermessungsunterricht am Denkmal


September 2004:
militärhistorisch Interessierte erleben eine Führung am Fort

L. Lenski 2

eine Besuchergruppe aus den alten Bundesländer bestaunt die Miniatur-Festung

L. Lenski

Vereinsvorsitzender Peter Feist (re.) mit Lothar Lenski, der kurze Zeit später dem Verein beitrat und ihm bis Frühjahr 2012 angehörte


November 2004:
Der schwarze Tag - Das Fortmodell ist weg !

Grabhuegel

Das zugeschüttete Denkmal von der Kehlseite aus gesehen; Potsdamer Kinder suchen vergeblich nach dem "Prinzenspielplatz".

Presse-Erklärung

(19.11. 2004)

Modell-Fort im Park von Sanssouci zugeschüttet!


Potsdamer Schlösser-Stiftung ließ einzigartiges Baudenkmal mit einem unförmigen Erdhaufen „abdecken“

Im Verlauf der letzten Tage ließ die Stiftung Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg das für Kaiser Wilhelm II. 1893 errichtete Modell-Fort im Park von Sanssouci mit Sand und Erde zuschütten. Die Öffentlichkeit wurde vorab nicht informiert, weil man Proteste interessierte Bürger aus Potsdam sowie der festungshistorischen Fachorganisationen aus dem In- und Ausland befürchtete.

Auch der am 1.8.2004 zur Erhaltung und angemessenen touristisches Präsentation des Mini-Forts gegründete Verein „AG Modell-Fort Sanssouci“ wurde vorher darüber nicht informiert, obwohl Prof. Dorgerloh als auch Prof. Seiler bei einem Gespräch am 20.10. 2004 eine solche rechtzeitige Ankündigung ausdrücklich zugesagt hatten. Hintergrund dürfte sein, das die AG Modell-Fort, die mit der Zuschüttung selbstverständlich nicht einverstanden ist, eine genaue Überprüfung der von der Stiftung in Auftrag gegebenen Baudokumentation angesetzt hatte. Eine solche Dokumentation ist die denkmalrechtliche Voraussetzung der nun erfolgten „konservierenden Abdeckung“.

Wie diese Überprüfung ergeben hat, ist die Baudokumentation völlig unzureichend. Dadurch fehlen für eine künftige Sanierung, für die vom Modell-Fort Verein erste Möglichkeiten erschlossen wurden, sämtliche Planungs-Grundlagen. Dieses rückt die Nacht- und Nebel-Aktion der Stiftung in ein besonderes Licht, ist doch der Widerstand insbesondere des Parkverwalters Prof. Seiler gegen den Erhalt des oft fälschlich als „Prinzenspielplatz“ bezeichneten Bauwerks allseits bekannt.

Wir stellen fest, daß somit ein einzigartiges, ursprüngliches Zeugnis aus der frühesten Periode der Panzerfortifikation. ein baugeschichtliches Denkmal von europäischem Rang der Öffentlichkeit entzogen wurde. Das Verhalten der Verantwortlichen in der Stiftung läßt auch einen gehörigen Zweifel daran aufkommen, ob die für den Fall der „Abdeckung“ ersatzweise zugesagte Ausstellung, die das Fort für den Potsdam-Besucher erlebbar erhalten sollte, jemals zu Stande kommen wird.

Nach unserer Auffassung war diese Verschüttung eine skandalöse Nichtbeachtung der geltenden denkmalrechtlichen Vorschriften und deshalb illegal. Deshalb haben wir den Landeskonservator von Brandenburg zum Einschreiten aufgefordert. Sollte sich bestätigen, daß Gesetze mißachtet wurden, behalten wir uns rechtliche Schritte gegen die Verantwortlichen vor.

Der Vorstand der AG Modell-Fort Sanssouci e.V.    



Anlage:    Offener Brief an den Landeskonservator von Brandenburg